Vom 21.-27. März fand die einwöchige TU Berlin-Tongji Spring School 2026 für deutsche Studierende erfolgreich statt. Dreißig internationale Studierende von renommierten deutschen Universitäten wie der Technischen Universität Berlin, der Ruhr-Universität Bochum und der Technischen Universität Braunschweig kamen an der Tongji-Universität zusammen. In einem intensiven und praxisnahen Austausch widmeten sie sich gemeinsam zukunftsweisenden Wegen für nachhaltige Städte, die durch grünes Bauen und Künstliche Intelligenz gestärkt werden. Die Spring School wurde gemeinsam vom Chinesisch-Deutschen Hochschulkolleg (CDHK) der Tongji-Universität und dem China-Zentrum der Technischen Universität Berlin (CSST) organisiert.

Zur Eröffnung hielten CDHK-Vizedirektoren Prof. CAI Liming und Dr. Jan Harder Begrüßungsreden. Prof. CAI Liming hieß die Teilnehmenden aus Deutschland herzlich willkommen und drückte die Hoffnung aus, dass sie durch das Programm tiefe Einblicke in Chinas nachhaltige Stadtentwicklung gewinnen. Zugleich äußerte er den Wunsch, dass aus dem Austausch weitere zukunftsorientierte und langfristig tragfähige chinesisch- deutsche Kooperationen entstehen mögen. Dr. Jan Harder stellte die Entwicklungsgeschichte des CDHK sowie das gemeinsam mit deutschen Partnerhochschulen aufgebaute System zur gemeinsamen Ausbildung von Talenten vor und ermutigte die Studierenden, für längere und intensivere Studien und Forschungen an die Tongji-Universität zu kommen. Die Eröffnungsveranstaltung wurde von der Gruppenleiterin Katharina Kloecker vom China-Zentrum der TU Berlin moderiert.
Im Rahmen eines vielfältigen Vortragsprogramms gaben Akademiemitglied Prof. WU Zhiqiang sowie die Professoren WANG Ying, GAO Yuqing und XIAO Weifang Einblicke in zukunftsweisende Themen. Dazu zählten „Der digitale Transformationsprozess Shanghais“, „Fallstudien zur kohlenstoffarmen Entwicklung: Kreislaufwirtschaft von Mikroplastik“, „Intelligente humanoide Roboter für den Katastrophenschutz“ und „Innovative Schutztechnologien für kritische Infrastrukturen“. In ihren Vorträgen erläuterten sie systematisch aktuelle Entwicklungen und Ansätze in Chinas urbaner Digitalisierung, im ökologischen Bauwesen und in der Anwendung von KI für nachhaltige Stadtkonzepte. Die Studierenden erhielten so einen fundierten Einblick in technologische Wege und praktische Erfahrungen bei der Umsetzung nachhaltiger Stadtentwicklung in China.

Bei den praxisbezogenen Exkursionen verließen die Studierenden die Hörsäle und sammelten vor Ort wertvolle Erfahrungen. Auf dem Programm standen Besuche im Shanghai Urban Planning Exhibition Center, im Gewächshaus des Shanghai World Expo Culture Park sowie im Houtan Wetland Park. Prof. DONG Nannan erläuterte an den besuchten Orten ausführlich Shanghais grüne und kohlenstoffarme Entwicklungsansätze. Dazu zählten die ökologische Raumplanung, die vertikale Stadtbegrünung sowie die Hochwasserschutz- und natürlichen Wasserreinigungssysteme in zentralen Parkanlagen. Durch direkte Beobachtung und intensives Erleben gewannen die Teilnehmenden einen praktischen Einblick in die Fähigkeiten und Anwendungen intelligenter Bauweisen sowie grüner und kohlenstoffarmer Technologien in China.

Im Laborteil besuchten die Studierenden das State Key Laboratory of Disaster Prevention and Mitigation in Civil Engineering, das Multi-Functional Shaking Table Laboratory sowie das State Key Laboratory of Pollution Control and Resource Recycling. Unter fachkundiger Anleitung von Prof. ZHANG Jiaolong und weiteren Mitarbeitenden erhielten sie Einblicke in Labormethoden zur Untersuchung des Verhaltens großer Strukturen wie Hochhäuser, Großbrücken und Langstreckentunnel unter Extrembedingungen, in die Funktionsweise eines Mehrpunkt-Rütteltisch-Prüfsystems sowie in experimentelle Anlagen für den Gewässer- und Umweltschutz. Dabei konnten sie sich einen Eindruck von der Arbeitsweise in der ingenieurwissenschaftlichen Forschung an der Tongji-Universität verschaffen.

Im Rahmen von Unternehmensbesuchen erhielten die Studierenden praxisnahe Einblicke in die Planungsbranche. Bei der Shanghai Jingwei Architectural Design & Research Institute Co., Ltd. (einem privaten Planungsbüro) und bei FTA (Shanghai) Architectural Design Co., Ltd. (einem international tätigen Architekturbüro) konnten sie unterschiedliche Unternehmenskulturen und Designansätze kennenlernen. Die Besuche vermittelten konkrete Eindrücke von Arbeitsabläufen in der Praxis nachhaltiger Architektur und Stadtplanung sowie von der Anwendung innovativer Technologien in realen Projekten.

Ergänzend zum fachlichen Programm bot die Spring School vielfältige kulturelle Aktivitäten, die den internationalen Teilnehmenden einen lebendigen Einblick in die chinesische Kultur gaben. Bei Erkundungen des historischen Yu-Garten-Viertels und der Uferpromenade am Bund erlebten sie den faszinierenden Kontrast zwischen traditioneller Architektur und modernen Wolkenkratzern – ein Spiegelbild von Shanghais reichem Erbe und lebendiger Gegenwart. Der Austausch mit chinesischen Studierenden förderte in entspannter Atmosphäre nicht nur die Sprachpraxis, sondern vertiefte auch das interkulturelle Verständnis und schuf so nachhaltige Verbindungen zwischen den Kulturen.

Die TU Berlin-Tongji Spring School hat sich als etabliertes Markenprojekt im Bereich der kurzen Austauschprogramme etabliert und wird gemeinsam vom Chinesisch-Deutschen Hochschulkolleg (CDHK) der Tongji-Universität und dem China Zentrum der Technischen Universität Berlin getragen. Sie steht Studierenden der deutschen Partnerhochschulen des CDHK-Konsortiums – darunter die TU Berlin, die Ruhr-Universität Bochum, die TU Braunschweig und die TU München – offen.
Jährlich wird ein thematischer Schwerpunkt aus den Bereichen Zukunftstechnologien und nachhaltige Entwicklung gesetzt, etwa automatisiertes Fahren, grünes Bauen oder Künstliche Intelligenz. Durch eine Kombination aus Lehrveranstaltungen, Unternehmensbesuchen, kulturellen Aktivitäten und Austauschformaten erhalten deutsche Studierende Einblicke in aktuelle technologische und gesellschaftliche Entwicklungen in China. Zugleich werden ihre interkulturellen Kompetenzen gestärkt. Die deutsche Gesamtkoordination liegt bei Dr. Sigrun Abels, Leiterin des China-Zentrums der TU Berlin.
Die Veranstaltung wurde unterstützt vom International Office, International Student Office, dem College of Civil Engineering, dem College of Architecture and Urban Planning, dem College of Environmental Science and Engineering sowie dem China-Italy Campus der Tongji-Universität. Ein besonderer Dank gilt zudem der Shanghai Jingwei Architectural Design & Research Institute Co., Ltd. und der FTA (Shanghai) Architectural Design Co., Ltd. für ihren Beitrag zum Gelingen der Veranstaltung.