I. SHANGHAI SOMMERSCHOOL am CDHK—Intelligenter Katastrophenschutz und Rettungsroboter
II. SHANGHAI SOMMERSCHOOL am CDHK—Intelligentes Design und Fertigung
I. SHANGHAI SOMMERSCHOOL am CDHK—Intelligenter Katastrophenschutz und Rettungsroboter
II. SHANGHAI SOMMERSCHOOL am CDHK—Intelligentes Design und Fertigung
Vom 13. bis 15. April nahm eine Delegation der Chinesisch-Deutschen Hochschule (CDH) der Tongji-Universität, die kürzlich eine umfassende strukturelle Neuausrichtung abgeschlossen hat, an der internationalen Konferenz „Verantwortung und Perspektive: Transnationale Bildungsangebote im internationalen Vergleich“ in Berlin teil. Die Konferenz wurde vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) ausgerichtet. Mehr als 200 Vertreter aus Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Politik aus über zehn Ländern – darunter Deutschland, Großbritannien, Frankreich, die USA, China und Indien – kamen zusammen, um sich intensiv mit Themen wie geopolitischen Veränderungen, Fachkräftemangel und internationaler Hochschulzusammenarbeit auseinanderzusetzen.

Die Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt der Bundesrepublik Deutschland (BMFTR), Dorothee Bär, sowie Staatssekretär Dr. Rolf-Dieter Jungk nahmen an der Konferenz teil. Bär betonte, dass die Welt derzeit sowohl vor tiefgreifenden geopolitischen Veränderungen als auch vor einem zunehmenden globalen Wettbewerb um Talente stehe. Gleichzeitig wachse der Bedarf an hochwertiger Hochschulbildung stetig. Nachhaltige Formen der internationalen Bildungskooperation würden Deutschland und seinen Partnerländern langfristig zugutekommen.

Die Delegation der CDH informierte Dorothee Bär ausführlich über den Aufbau der Chinesisch-Deutschen Hochschule für Angewandte Wissenschaften (CDHAW) sowie des Chinesisch-Deutschen Hochschulkollegs (CDHK) und überreichte ihr feierlich ein Schreiben von Tongji-Parteisekretär ZHENG Qinghua und Tongji-Präsident YANG Jinlong.
Bär würdigte die langjährige Rolle der chinesisch-deutschen Einrichtungen der Tongji-Universität als tragende Säule der Zusammenarbeit zwischen Deutschland und China in Hochschulbildung und Forschung. Zudem erklärte sie ihre Bereitschaft, die Tongji-Universität zu einem geeigneten Zeitpunkt zu besuchen und den Austausch mit Studierenden und Lehrenden zu pflegen.

Im Hauptforum der Konferenz hielt der Direktor International Office zugleich ständige stellvertretende Direktor der CDH, YIN Wen, einen Vortrag mit dem Titel „Chinas transnationale Hochschulbildung: eine systematische Analyse mit Fokus auf das Modell forschungsorientierter Universitäten". Darin skizzierte er systematisch die Entwicklung Chinas als sowohl aufnehmendes als auch anbietendes Land im Bereich der transnationalen Bildung sowie die aktuellen strategischen Ausrichtungen. Der Vortrag stieß bei den internationalen Teilnehmenden auf große Resonanz.
Als deutsche Leuchtturmprojekte der transnationalen Hochschulbildung stellten die CDHAW und das CDHK der Tongji-Universität im Parallelforum I „Aufbau von Alumni-Netzwerken“ Fachbeiträge vor. Die Vizedirektoren Oliver Schirmer (CDHAW) und Jan Harder (CDHK) berichteten über Erfahrungen in der chinesisch-deutschen Ausbildung, im Alumni-Netzwerkmanagement sowie in der Alumni-Förderung. Dabei wurde die Bedeutung der chinesisch-deutschen Bildungskooperation für die Talentförderung sowie den kulturellen und wirtschaftlichen Austausch zwischen beiden Ländern hervorgehoben.

Die zuständigen Verantwortlichen betonten, dass der Besuch das Engagement der Tongji-Universität im chinesisch-deutschen und transnationalen Bildungsbereich unterstreiche und eine Grundlage für die Vertiefung der strategischen Hochschulkooperation sowie den Ausbau gemeinsamer Ausbildungs- und Forschungsprojekte bilde.
Am 9. April 2026 kamen Leitungspersonal und Lehrkräfte der Chinesisch-Deutschen Hochschule für Angewandte Wissenschaften (CDHAW), des Chinesisch-Deutschen Instituts für Berufsbildung (CDIBB) sowie des Chinesisch-Deutschen Hochschulkollegs (CDHK) zu einer Versammlung zusammen. Dabei waren auch der Parteisekretär der Tongji-Universität und Mitglied der Chinesischen Akademie der Ingenieurwissenschaften ZHENG Qinghua, der eine Rede hielt. Unter den Teilnehmenden befanden sich ferner das ständige Mitglied des Parteikomitees und Vizepräsident LI Xiangning, das ständige Mitglied des Parteikomitees und Leiter der Organisationsabteilung WANG Jun, der Direktor des International Office YIN Wen sowie die Dekanin des Fremdsprachenkollegs und Direktorin des Deutschkollegs WU Yun. Sämtliche chinesische und ausländische Lehrkräfte und Mitarbeitende des CDHK, der CDHAW, des CDIBB und des Deutschlandforschungszentrums waren anwesend. Die Sitzung wurde von LI Xiangning geleitet.

WANG Jun verlas den Beschluss des Parteikomitees der Tongji-Universität hinsichtlich der Gründung eines Parteikomitees, einer Disziplinarkontrollkommission und einer Parteischulzweigstelle an der CDH sowieentsprechender Personalveränderungen:
FENG Yiping wurde zum Mitglied des Parteikomitees, Sekretärin des Parteikomitees und Leiterin der Parteischulzweigstelle der CDH ernannt; CAO Lu wurde zum Mitglied des Parteikomitees, stellvertretenden Sekretär des Parteikomitees, Mitglied der Disziplinarkontrollkommission, Sekretär der Disziplinarkontrollkommission und stellvertretenden Leiter der Parteischulzweigstelle der CDH ernannt;
CAI Liming wurde zum Vizedirektor des CDHK (Geschäftsführung) ernannt; MIN Junying wurde zum Vizedirektor der CDHAW und Vizedirektor des CDIBB (Geschäftsführung) ernannt; ZHAO Jin wurde zur stellvertretenden Direktorin der CDHAW und stellvertretenden Direktorin des CDIBB für Berufsbildung ernannt.
In seiner Rede würdigte ZHENG Qinghua die Beiträge von Herrn WANG Jiping und Herrn WANG Yijun zur Entwicklung der Institute. Zugleich sprach er seine aufrichtigen Erwartungen an die künftige Arbeit des Parteikomitees der CDH sowie an die neu ernannten Amtsträger aus.
ZHENG Qinghua erläuterte, dass die strukturellen und personellen Anpassungen vor allem drei Zielen dienen: Erstens sollen die deutschlandbezogenen Kooperationsressourcen der Universität gebündelt werden, um eine einheitliche Organisationsstruktur, Plattformsysteme, Ausbildungskonzepte sowie integriertes Ressourcenmanagement zu etablieren. Zweitens soll die chinesisch-deutsche Kooperation auf ein höheres Niveau geführt werden, um den Vorgaben des Zentralkomitees gerecht zu werden und die nationale Bedeutung sowie die strategische Position der Tongji-Universität in der Deutschland-Zusammenarbeit zu stärken. Drittens soll der neue Campus in Lingang genutzt werden, um einen internationalen Hochschulstandort nicht nur für die Kooperation mit Deutschland, sondern weltweit zu entwickeln und so die Tongji-Universität auf ihrem Weg zu einer weltweit führenden Universität mit chinesischer Prägung voranzubringen.

ZHENG Qinghua formulierte vier Kernanforderungen: Erstens gelte es, den politischen Standpunkt zu wahren und die traditionellen Stärken der chinesisch-deutschen Zusammenarbeit zu bewahren. Hierauf aufbauend seien systematische sowie vertiefte Pläne nach dem Prinzip „von Grund auf neu konzipieren, das Bestehende optimieren und vom Guten zur Exzellenz führen“ zu erarbeiten, um international wettbewerbsfähige Talente auszubilden. Zweitens müssten Lehre und Forschung gleichermaßen gestärkt und hochrangige Kooperationen mit Unternehmen vorangetrieben werden, um ingenieurwissenschaftliche Fachkräfte mit einer soliden wissenschaftlichen Grundbildung hervorzubringen. Drittens sei die Deutschausbildung zu intensivieren, um bilinguale interdisziplinäre Talente mit traditioneller chinesischer Bildung, Verständnis für die deutsche Kultur sowie grundlegenden theoretischen und ingenieurtechnischen Kenntnissen zu entwickeln. Viertens solle der Bau des neuen Campus in Lingang genutzt werden, um institutionelle Mechanismen und Ausbildungsmodelle zu erneuern und durch die Integration von Haupt- und Nebentätigkeiten Lehrkräfte weltweit zu gewinnen.
Abschließend betonte ZHENG Qinghua, dass die Führungsmannschaft geschlossen zusammenstehen und als Vorbild wirken. Mit dem Willen, keine Zeit zu verlieren, und in der Pflicht, das gemeinsam Begonnene voranzubringen, soll das von der älteren Generation Chinas und Deutschlands begründete gemeinsame Werk entschlossen fortgeführt werden.
WANG Jiping, WANG Yijun, MIN Junying und FENG Yiping kamen nacheinander zu Wort, während CAI Liming, ZHAO Jin und CAO Lu schriftliche Stellungnahmen übermittelten. In ihren Beiträgen unterstützten sie einhellig die organisatorischen Entscheidungen und dankten aufrichtig für das entgegengebrachte Vertrauen sowie die Förderung und Wertschätzung, die ihnen zuteil geworden waren. Alle bekräftigten, sich in den neuen Funktionen an den zentralen Anforderungen politischer Führung, solidarischer Zusammenarbeit, verantwortungsbewussten Handelns und disziplinierter Integrität orientieren zu wollen. Mit Fokus auf Parteiführung, Talentausbildung, Forschungsinnovation und Teambildung werden sie ihre Kräfte bündeln, entschlossen handeln und daran arbeiten, eine neue Phase qualitativ hochwertiger Entwicklung der CDH einzuleiten – und so einen Beitrag zur deutschlandbezogenen Zusammenarbeit der Universität sowie zur Verwirklichung einer weltweit führenden Universität zu leisten.
Am 31. März 2026 fand im CDHK-Chinakompetenz-Kurs bereits zum vierten Mal der Workshop „Einführung in die chinesische Teekultur“ statt. Geleitet wurde er von Prof. Dr. Volker Heubel, Sinologe, Philosoph, Tee-Experte und Professor am zur kulturwissenschaftlichen Fakultät gehörigen Philosophischen Institut der Tongji-Universität.
Neu war in diesem Semester der Veranstaltungsort: Der 2023 eröffnete Zen-Garten in Songjiang, wo Gastgeberin Li Na und Frau Jia Qi die Studierenden empfingen. Der Garten vereint ein historisches Gebäude, das original aus seiner Heimatstadt Suzhou hierher versetzt wurde, mit einem japanischen Landschaftsgarten. Der Name leitet sich aus einem Zitat des Daodejing von Laozi ab: „Höchste Güte ist wie das Wasser. Des Wassers Güte ist es, allen Dingen zu nützen, ohne Wettstreit.“
Nach einem geführten Rundgang durch das historische Gebäude gab Prof. Heubel einen Überblick über die Geschichte, die geistigen und materiellen Dimensionen chinesischer Teekultur. Im Anschluss erlebten die Teilnehmenden eine Teezeremonie und verkosteten zwei ausgewählte Teesorten (Silver Needle, Big Red Robe) – begleitet von klassischer Guqin-Musik, live gespielt vom Begründer des Gartens Herrn Li Guobin.
Im Gespräch während der Teeverkostung ging Herr Li zunächst auf die Geschichte der Griffbrettzitter Guqin und ihre kulturellen und philosophischen Gehalte ein, in deren Musik auch ein bestimmtes Verhältnis des Menschen zum Kosmos zum Ausdruck komme. Das Spielen auf der Guqin war neben dem Dichten, Malen, Kalligraphieren, Betrachten von Kunstgegenständen und dem Teetrinken ein wichtiger Bestandteil von „eleganten Treffen“ (yaji雅集) chinesischer Literaten im alten China. Eines der ausgewählten Qin-Stücke "Trauer um Yanhui (qi Yanhui泣颜回)", so erläuterte Herr Li, bringt die Trauer des Konfuzius für seinen zu früh verstorbenen und wegen seines vorbildlichen Verhaltens besonders geliebten Schülers Yan Hui zum Ausdruck, an diesem Tag auch ausgewählt wegen des bald nahenden Totengedenktages (qingmingjie清明节).
Vor dem Hintergrund dieser kulturellen Bezüge ging Herr Li auf die Gründung des Zen-Gartens ein, einer Non-profit Organisation und Stiftung, deren Hauptanliegen in der Förderung traditioneller chinesischer Kultur besteht. Gleichzeitig sei die Förderung des internationalen Austauschs ein zentrales Anliegen der Stiftung, durch die ein Beitrag zu kultureller Offenheit und Austausch, zu Freundschaft und zum Frieden zwischen den Kulturen geleistet werden solle. Er brachte auch seine Wertschätzung gegenüber Deutschland zum Ausdruck, nicht nur hinsichtlich zahlreicher berühmter Philosophen, Gelehrter und Künstler, sondern auch hinsichtlich seiner technischen Errungenschaften. Sie beruhe auf zahlreichen Aufenthalten in Deutschland im Rahmen seiner beruflichen Tätigkeit als Unternehmer und damit verbundenen persönlichen Erfahrungen. Auch vor diesem Hintergrund empfahl Herr Li den Studenten, die Gelegenheit ihres Aufenthaltes zu nutzen, um die Vielfalt der Lebensweisen in China kennenzulernen.
Prof. Heubel machte in dem Gespräch deutlich, daß die Besonderheit der Teekultur bzw. des Teeweges in einer umfassenden Kultivierung sinnlicher Wahrnehmung, des Schmeckens, Riechens, Sehens, Tastens und Hörens bestehe und sie, vergleichbar einem Gesamtkunstwerk, in enger Verbindung zu verschiedenen Künsten stehe: zu Dichtung, Malerei, Kalligraphie, Musik, Porzellankunst, Blumen- und Gartenkunst, zur Kunst des Duftes, des Essens und Trinkens und zur räumlichen Kunst der Architektur. Neben der individuellen Kultivierung liefere die Teekultur einen wichtigen Beitrag zu einer vertieften menschlichen Verständigung und einem friedlichen Umgang miteinander, was gerade in einer von Konflikten geprägten Zeit von herausragender Bedeutung sei.



Vom 21.-27. März fand die einwöchige TU Berlin-Tongji Spring School 2026 für deutsche Studierende erfolgreich statt. Dreißig internationale Studierende von renommierten deutschen Universitäten wie der Technischen Universität Berlin, der Ruhr-Universität Bochum und der Technischen Universität Braunschweig kamen an der Tongji-Universität zusammen. In einem intensiven und praxisnahen Austausch widmeten sie sich gemeinsam zukunftsweisenden Wegen für nachhaltige Städte, die durch grünes Bauen und Künstliche Intelligenz gestärkt werden. Die Spring School wurde gemeinsam vom Chinesisch-Deutschen Hochschulkolleg (CDHK) der Tongji-Universität und dem China-Zentrum der Technischen Universität Berlin (CSST) organisiert.

Zur Eröffnung hielten CDHK-Vizedirektoren Prof. CAI Liming und Dr. Jan Harder Begrüßungsreden. Prof. CAI Liming hieß die Teilnehmenden aus Deutschland herzlich willkommen und drückte die Hoffnung aus, dass sie durch das Programm tiefe Einblicke in Chinas nachhaltige Stadtentwicklung gewinnen. Zugleich äußerte er den Wunsch, dass aus dem Austausch weitere zukunftsorientierte und langfristig tragfähige chinesisch- deutsche Kooperationen entstehen mögen. Dr. Jan Harder stellte die Entwicklungsgeschichte des CDHK sowie das gemeinsam mit deutschen Partnerhochschulen aufgebaute System zur gemeinsamen Ausbildung von Talenten vor und ermutigte die Studierenden, für längere und intensivere Studien und Forschungen an die Tongji-Universität zu kommen. Die Eröffnungsveranstaltung wurde von der Gruppenleiterin Katharina Kloecker vom China-Zentrum der TU Berlin moderiert.
Im Rahmen eines vielfältigen Vortragsprogramms gaben Akademiemitglied Prof. WU Zhiqiang sowie die Professoren WANG Ying, GAO Yuqing und XIAO Weifang Einblicke in zukunftsweisende Themen. Dazu zählten „Der digitale Transformationsprozess Shanghais“, „Fallstudien zur kohlenstoffarmen Entwicklung: Kreislaufwirtschaft von Mikroplastik“, „Intelligente humanoide Roboter für den Katastrophenschutz“ und „Innovative Schutztechnologien für kritische Infrastrukturen“. In ihren Vorträgen erläuterten sie systematisch aktuelle Entwicklungen und Ansätze in Chinas urbaner Digitalisierung, im ökologischen Bauwesen und in der Anwendung von KI für nachhaltige Stadtkonzepte. Die Studierenden erhielten so einen fundierten Einblick in technologische Wege und praktische Erfahrungen bei der Umsetzung nachhaltiger Stadtentwicklung in China.

Bei den praxisbezogenen Exkursionen verließen die Studierenden die Hörsäle und sammelten vor Ort wertvolle Erfahrungen. Auf dem Programm standen Besuche im Shanghai Urban Planning Exhibition Center, im Gewächshaus des Shanghai World Expo Culture Park sowie im Houtan Wetland Park. Prof. DONG Nannan erläuterte an den besuchten Orten ausführlich Shanghais grüne und kohlenstoffarme Entwicklungsansätze. Dazu zählten die ökologische Raumplanung, die vertikale Stadtbegrünung sowie die Hochwasserschutz- und natürlichen Wasserreinigungssysteme in zentralen Parkanlagen. Durch direkte Beobachtung und intensives Erleben gewannen die Teilnehmenden einen praktischen Einblick in die Fähigkeiten und Anwendungen intelligenter Bauweisen sowie grüner und kohlenstoffarmer Technologien in China.

Im Laborteil besuchten die Studierenden das State Key Laboratory of Disaster Prevention and Mitigation in Civil Engineering, das Multi-Functional Shaking Table Laboratory sowie das State Key Laboratory of Pollution Control and Resource Recycling. Unter fachkundiger Anleitung von Prof. ZHANG Jiaolong und weiteren Mitarbeitenden erhielten sie Einblicke in Labormethoden zur Untersuchung des Verhaltens großer Strukturen wie Hochhäuser, Großbrücken und Langstreckentunnel unter Extrembedingungen, in die Funktionsweise eines Mehrpunkt-Rütteltisch-Prüfsystems sowie in experimentelle Anlagen für den Gewässer- und Umweltschutz. Dabei konnten sie sich einen Eindruck von der Arbeitsweise in der ingenieurwissenschaftlichen Forschung an der Tongji-Universität verschaffen.

Im Rahmen von Unternehmensbesuchen erhielten die Studierenden praxisnahe Einblicke in die Planungsbranche. Bei der Shanghai Jingwei Architectural Design & Research Institute Co., Ltd. (einem privaten Planungsbüro) und bei FTA (Shanghai) Architectural Design Co., Ltd. (einem international tätigen Architekturbüro) konnten sie unterschiedliche Unternehmenskulturen und Designansätze kennenlernen. Die Besuche vermittelten konkrete Eindrücke von Arbeitsabläufen in der Praxis nachhaltiger Architektur und Stadtplanung sowie von der Anwendung innovativer Technologien in realen Projekten.

Ergänzend zum fachlichen Programm bot die Spring School vielfältige kulturelle Aktivitäten, die den internationalen Teilnehmenden einen lebendigen Einblick in die chinesische Kultur gaben. Bei Erkundungen des historischen Yu-Garten-Viertels und der Uferpromenade am Bund erlebten sie den faszinierenden Kontrast zwischen traditioneller Architektur und modernen Wolkenkratzern – ein Spiegelbild von Shanghais reichem Erbe und lebendiger Gegenwart. Der Austausch mit chinesischen Studierenden förderte in entspannter Atmosphäre nicht nur die Sprachpraxis, sondern vertiefte auch das interkulturelle Verständnis und schuf so nachhaltige Verbindungen zwischen den Kulturen.

Die TU Berlin-Tongji Spring School hat sich als etabliertes Markenprojekt im Bereich der kurzen Austauschprogramme etabliert und wird gemeinsam vom Chinesisch-Deutschen Hochschulkolleg (CDHK) der Tongji-Universität und dem China Zentrum der Technischen Universität Berlin getragen. Sie steht Studierenden der deutschen Partnerhochschulen des CDHK-Konsortiums – darunter die TU Berlin, die Ruhr-Universität Bochum, die TU Braunschweig und die TU München – offen.
Jährlich wird ein thematischer Schwerpunkt aus den Bereichen Zukunftstechnologien und nachhaltige Entwicklung gesetzt, etwa automatisiertes Fahren, grünes Bauen oder Künstliche Intelligenz. Durch eine Kombination aus Lehrveranstaltungen, Unternehmensbesuchen, kulturellen Aktivitäten und Austauschformaten erhalten deutsche Studierende Einblicke in aktuelle technologische und gesellschaftliche Entwicklungen in China. Zugleich werden ihre interkulturellen Kompetenzen gestärkt. Die deutsche Gesamtkoordination liegt bei Dr. Sigrun Abels, Leiterin des China-Zentrums der TU Berlin.
Die Veranstaltung wurde unterstützt vom International Office, International Student Office, dem College of Civil Engineering, dem College of Architecture and Urban Planning, dem College of Environmental Science and Engineering sowie dem China-Italy Campus der Tongji-Universität. Ein besonderer Dank gilt zudem der Shanghai Jingwei Architectural Design & Research Institute Co., Ltd. und der FTA (Shanghai) Architectural Design Co., Ltd. für ihren Beitrag zum Gelingen der Veranstaltung.
Am 12. März fand im CD-Haus die Begrüßungsveranstaltung für die neuen deutschen Studierenden statt. Im Sommersemester 2026 sind insgesamt 24 Studierende aus den Fachbereichen Wirtschaftswissenschaften (20), Maschinenbau (2), Elektrotechnik (1) und Fahrzeugtechnik (1) am CDHK immatrikuliert.
Dr. Jan Harder, der deutsche Vizedirektor des CDHK, begrüßte die Studierenden und präsentierte die Einrichtung sowie ihre vielfältigen Angebote, mit einem Schwerpunkt auf dem Chinakompetenzprogramm. In einer kurzen Umfrage nannten die Studierenden als Hauptgründe für ihr China-Studium den Wunsch nach Asien- und Chinaerfahrung sowie einen Aufenthalt in Shanghai. Auch Chinesischkenntnisse und das Studium an der Tongji-Universität waren wichtige Entscheidungsfaktoren.
Im Anschluss trafen die Teilnehmenden ihre chinesischen Buddies – bereits vorab zugeteilte Studierende, die sie bei Fragen zu Studium, Alltag und Unternehmungen unterstützen. Die Neuankömmlinge zeigten sich beeindruckt vom Campusangebot und profitierten von den praktischen Tipps der einheimischen Kommilitonen.


Die Studierenden des Jahrgangs 2025 (mit Teilnehmern der TUM, FAU Erlangen und der Tongji-Universität) haben den 3. Preis im weltweiten KI Studenten Wettbewerb von Altair gewonnen.
Das Projekt mit dem Titel „KI-gestützte Gestaltung von senkrecht startenden und landenden Elektroflugzeugen (eVTOL) im Einklang mit Ökodesign-Richtlinien“ entstand im Rahmen der vom CDHK organisierten Blockvorlesung „Quality Concepts in Automotive Industries“, die von Prof. Jürgen Grotepass gehalten wurde. Die Lösung demonstrierte, wie Künstliche Intelligenz Entscheidungsprozesse in allen Phasen der Stage-Gate-Prozesse in der Fertigung unterstützen kann – von der Konstruktion über die Entwicklung, den Betrieb und das Recycling bis hin zur Wiederverwendung von Materialien für neue smarte Produkte. Der Einsatz von KI-Tools führte zu geringerem Materialverbrauch und weniger Abfall beim Prototypenbau, verlängerter Flugzeit der Helikopter sowie zur Weiterverwendung (Second Life) von Materialien und Batterien – beispielsweise in Smart Homes, smarten Fahrzeugen oder Energiespeichereinheiten, wie es auch im Batteriepass beschrieben ist. Batteriepässe werden ab 2027 in der EU verpflichtend und sind bereits in mehreren Ländern im Pilotbetrieb. Dieses dynamische digitale Dokument erfasst den gesamten Lebenszyklus der Batterie – von der Nutzung im Fahrzeug bis zur Wieder- und Weiterverwendung.
Prof. Grotepass verbindet akademische Expertise mit Industrieerfahrung. Neben seiner Gastprofessur an der Tongji-Universität war er zuvor Chief Strategy Officer von Manufacturing Europe bei Huawei in München und beteiligte sich an der Standardisierung von Industrie 4.0. Mit seinem Engagement für eine international vernetzte und wirkungsvolle Ingenieurausbildung motiviert er Studierende, im Luft- und Raumfahrtdesign auf die Verbindung von Geschwindigkeit, Qualität und nachhaltiger Innovation hinzuarbeiten.
Link:
https://web.altair.com/global-student-contest-2025
https://www.bilibili.com/video/BV1z3kfBME2D/?vd_source=266784b0f14f04ca0dbffd2ad2fd2eec

Am Nachmittag des 2. Dezember 2025 fand der Chinesisch-Deutsche Karrieretag, gemeinsam veranstaltet von CDHK und CDHAW, auf dem Siping-Campus der Tongji-Universität statt. An der Messe beteiligten sich 24 chinesische und deutsche Unternehmen. Die Unternehmensvertreter tauschten sich mit rund 250 Studierenden aus der Tongji-Universität und aus den umliegenden Hochschulen aus. Vertreter des Deutschen Generalkonsulats in Shanghai, des International Office der Tongji-Universität und der Leitungen von CDHK und CDHAW waren ebenfalls anwesend.

YIN Wen, Leiter des International Office der Tongji-Universität, begrüßte mehr als 50 Vertreter chinesischer und deutscher Unternehmen im Chinesisch-Deutschen Haus, dem Herzstück der chinesisch-deutschen Kooperation der Universität. Die Veranstaltung zielte darauf ab, den direkten Austausch zwischen Unternehmen und Studierenden mit chinesisch-deutschem Hintergrund zu fördern. Die Veranstaltung bot sowohl eine gezielte Vernetzung von Talenten mit der Wirtschaft als auch ein Schaufenster deutscher Unternehmenskultur und eröffnete neue Kooperationsmöglichkeiten zwischen Wissenschaft und Wirtschaft.

Uwe Koch, Konsul und Leiter des Referats für Wissenschaft und Bildung des Deutschen Generalkonsulats Shanghai, würdigte die historisch gewachsene Kooperation zwischen der Tongji-Universität und deutschen Hochschulen und verwies auf die deutsche Tradition, akademische sowie ingenieurwissenschaftliche Ausbildung stets mit der Praxis zu verbinden. Er begrüßte das starke Engagement der chinesisch-deutschen Unternehmen ausdrücklich und äußerte die Erwartung, dass die Unternehmensvertreter die Gelegenheit zu einem vertieften Austausch mit den exzellenten Studierenden der Tongji-Universität nutzen, um die praktische Zusammenarbeit in den Bereichen Nachwuchsförderung, Wissenschaft, Forschung und Industrie gemeinsam voranzubringen.
Den Auftakt der Vortragsreihe machte Frau CHEN Lu, Direktorin der Abteilung für HR-Lösungen der AHK Greater China. Sie wies darauf hin, dass der Arbeitsmarkt derzeit von einem Ungleichgewicht zwischen Stellenangebot und Bewerbernachfrage geprägt sei. Vor diesem Hintergrund empfahl sie den Anwesenden, ihre Bewerbungsaktivitäten frühzeitig und initiativ zu planen. Zugleich betonte sie, dass deutsche Unternehmen vielseitige Talente mit interkultureller Kompetenz, Verantwortungsbewusstsein und Lernagilität besonders schätzen. Im Anschluss vertieften Vertreter von elf chinesischen und deutschen Unternehmen die Diskussion durch Einblicke in Unternehmenswerte und Personalstrategien. Die Themen umfassten Karrierepfade, die Internationalisierung chinesischer Unternehmen, Start-up-Chancen sowie die Arbeitskultur deutscher „Hidden Champions“. Einigkeit bestand darin, dass ideale Kandidaten neben Fachkompetenz insbesondere Growth Mindset, Innovationsorientierung und Teamfähigkeit mitbringen sollten.

Im Rahmen des Austauschs am Messestand kamen Studierende und Unternehmensvertreter intensiv ins Gespräch. Seitens der Unternehmen wurde die fundierte ingenieurwissenschaftliche Ausbildung, die internationale Ausrichtung sowie die ausgeprägten Soft Skills der Tongji-Studierenden besonders hervorgehoben. Diese Qualifikationen würden exzellente Voraussetzungen für den künftigen Berufsweg schaffen. Die teilnehmenden Studierenden schätzten die Veranstaltung als effiziente Austauschplattform ein. Im direkten Gespräch mit den Unternehmen entwickelten die Studierenden ein klareres Bild von den Anforderungen und der Kultur deutscher und chinesischer Arbeitgeber, was ihre persönliche Berufsperspektive konkretisierte.

Der Chinesisch-Deutsche Karrieretag hat sich als etablierte Veranstaltungsmarke für die Zusammenarbeit zwischen der Tongji-Universität und chinesisch-deutschen Unternehmen etabliert. Die Veranstaltung schafft eine Austauschplattform für Unternehmen und Talente und fördert so eine Win-Win-Kooperation zwischen Hochschulen und Wirtschaft.

Am 29. und 30. Nov. 2025 unternahmen 21 deutsche Studierende am CDHK eine zweitägige Kulturreise nach Nanjing, um Historie und moderne Dynamik dieser ehrwürdigen Stadt kennenzulernen, die in sechs Dynastien als Hauptstadt diente.
Der erste Tag standen die historischen Wahrzeichen Nanjings im Mittelpunkt. Die Studierenden besuchten zunächst den Präsidialpalast, wo sie in einer architektonischen Mischung aus chinesischen traditionellen und westlichen Stilen die hundertjährigen Wandlungen der modernen chinesischen Geschichte nachvollziehen konnten. Anschließend spazierten sie am Xuanwu-See und genossen inmitten des herbstlichen Laubs die natürliche Ästhetik der klassischen chinesischen Kaiserpalastgärten. Am Abend bummelten die Studierenden durch das Viertel am Konfuziustempel entlang des Qinhuai-Flusses. Bei einem Besuch des Jiangnan-Examinationshauses (Chinesisches Museum für das kaiserliche Examenswesen) lernten die Studierenden das über tausend Jahre alte Auswahl- und Prüfungssystem für Staatsbeamte im alten China kennen.
Am zweiten Tag lag der Fokus auf interaktive Erfahrungen. Unter Anleitung einer Fachlehrerin probierten die Studierenden im Viertel Laodongmen die Cloisonné-Technik aus. Dabei zogen sie Kupferdrahtkonturen, mischten Cloisonné-Farbpulver und erlebten so die Feinheit dieser über die Seidenstraße nach China gelangten Kunsttechnik. Am Nachmittag bestiegen sie die Ming-zeitliche Stadtmauer am Zhonghua-Tor, spazierten auf über 600 Jahre alten Ziegeln und blickten auf die Skyline der modernen Stadt, die sich mit historischen Relikten verbindet.


Die begleitende Lehrkraft resümierte: „Die zwei Tage gleichen einer Zeitreise – ausgehend vom kaiserlichen Examen über die neuzeitliche Geschichte bis hin zum traditionellen Handwerk und monumentaler Architektur. Diese Reise nach Nanjing hat den Studierenden einen facettenreichen Zugang zum Verständnis der chinesischen Kultur eröffnet.“ Die Studierenden hoben hervor, dass sie während des Aufenthalts in Nanjing Geschichte und Kultur Chinas abseits der Theorie unmittelbar erfahren konnten. Diese Erfahrung sei zu einem prägenden Teil ihres Auslandsaufenthalts geworden.

Am 26. November 2025 öffnete das Chinesisch-Deutsche Hochschulkolleg (CDHK) im Rahmen seiner „China-Kompetenz“-Reihe erneut seine Türen für einen Workshop zur chinesischen Teekultur. Als Experte führte Prof. Dr. Volker Heubel vom Philosophischen Institut der Tongji-Universität 18 deutsche Studierende durch das Thema.
Sein Vortrag verknüpfte historische Entwicklungslinien mit der gesellschaftlichen Rolle des Tees und zeigte dessen prägenden Einfluss auf Handel, Kunst und grenzüberschreitenden Dialog auf. Die Teilnehmenden lernten die bedeutendsten Anbauregionen sowie die sechs klassischen Teesorten kennen – von Grün- und Weißtee über Oolong und Schwarztee bis hin zu dunklem und gelbem Tee – und erfuhren, wie sich deren charakteristische Herstellung in ihrem jeweiligen Aroma niederschlägt. Anhand ikonischer Kunstwerke wie Wen Zhengmings „Bild vom Teetrinken“ erläuterte Heubel zentrale Werte der Teephilosophie: das naturverbundene Ideal der „Einheit von Himmel und Mensch“, die kommunikative Kraft des „Freundschaftsschließens bei einer Tasse Tee“ und den meditativen Weg der „Selbstschärfung im Teeritual“
Den theoretischen Input rundete eine praktische Vorführung der traditionellen Teezeremonie ab, bei der die Gruppe gemeinsam einen wärmenden Pu-Erh-Tee verkostete. In diesem Rahmen stellte Prof. Heubel das konfuzianische Leitbild der „Klarheit, Aufrichtigkeit, Eleganz und Harmonie“ (清正雅和) vor, das Teepraxis und persönliche Kultivierung untrennbar verbindet. Die gelungene Verbindung von Theorie, Ästhetik und Praxis bot den internationalen Studierenden einen lebendigen Zugang zur geistigen Tradition Chinas.
