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    Die Sprachabteilung im Lockdown

    Seit dem 9. März ist die Tongji-Universität in Lockdown gegangen. Was vor zwei Jahren noch eine Novität an der Sprachabteilung des CDHK war - die vollständige Umstellung des Unterrichts in den Online-Modus - war inzwischen für die Lernenden und Lehrkräfte eine gut trainierte Routine. Seit 2020 wird das Curriculum der Sprachabteilung im Hybrid-Format durchgeführt: Präsenzkurse während des Semesters, Onlinekurse in den Ferien. Seit dem 10. März fühlte sich die Rückkehr zum Onlineunterricht im April also ein bisschen wie Ferien an. 

    Nicht ganz.  Denn Studierenden besuchten den Online-Unterricht nicht wie in den Ferien zu Hause in ruhiger Arbeitsumgebung, sondern im Mehrbettzimmer im Wohnheim. Während einiger Wochen sogar ohne ihre Zimmer verlassen zu können. Sollten die einen im Sprachkurs in virtuellen Konferenzräumen mit ihren Kommilitonen eine Diskussion führen, versuchten die anderen konzentriert einer Vorlesung zu lauschen. Motivation und Konzentration wurden auf eine harte Probe gestellt. 

    Die Lehrer saßen derweil zwar ungestört allein in ihren Wohnungen, doch mussten sie stundenlang am privaten Endgerät mit viel zu kleinem Bildschirm eine große Gruppe Studierender so im Blick behalten, dass niemand übersehen wird und jeder „mal dran kommt“. Denn die Qualität des Unterrichts sollte nicht leiden. Anstrengend, aber es gab ja Pausen. 

    In der Pause musste der Lehrer zur Sporthalle laufen, sich in die Covid-Testschlange stellen, pünktlich zurück sein – wie auch die Studenten, die jeder unterschiedliche Testzeiten hatten.  Das Potential von Klassenchats als didaktisches Mittel zum Training schriftlicher Kommunikation konnte leider nicht ganz ausgeschöpft werden. „Lehrer, ich muss jetzt zum Test.“ – „Ich auch.“ – „Entschuldigung, dass ich zu spät komme. Ich musste für unser Wohnheim das Frühstück austeilen.“ – „Ich bin wieder da.“ – „Ich kann nicht sprechen, meine Kommilitonen schlafen noch.“ 

    Ein großer Dank allen, dass das Semester dennoch so reibungslos laufen konnte. Den Lehrern für ihre unerschöpfliche Energie. Den Studierenden für ihre ungebrochene Motivation. Den Kollegen im Hintergrund, die mit schnellen Lösungen halfen. Die neuen Lehrbücher liegen im Büro, niemand darf sein Zimmer verlassen um sie abzuholen? Kein Problem, unser Kollege Wu Ruiming verteilte im Schutzanzug einen ganzen Klassensatz Bücher an die einzelnen Wohnheime. Durch das Engagement aller Beteiligter konnte der Normalbetrieb aufrechterhalten werden. 

    Die letzten Wochen wurden dann wieder etwas lockerer. Die Studenten durften abends spazieren gehen und die Lehrer wieder ins Büro. Dort wohnten Kollegen bereits seit mehreren Wochen. Die kleinen Iglu-Zelte in den Büros machten irgendwie einen gemütlichen Eindruck.  Es war für alle nicht das leichteste Semester, aber es hatte seine kleinen Highlights. 



    Alles Gute für den verdienten Ruhestand liebe Du Fei!

    Im März 2022 ging Frau DU Fei, die langjährige und äußerst verdienstvolle Büroleiterin sowie Vizeparteisekretarin des CDHK mit Erreichen des (ihr nicht anzusehenden) 60. Lebensjahrs in den Ruhestand. Frau Du begleitete das CDHK seit seiner Gründung im Jahr 1998 und sorgte durch ihr unermüdliches Engagement, ihre herzliche Art, ihr freundliches Wesen sowie durch viele wichtige inhaltliche Beiträge für die erfolgreiche Entwicklung des CDHK zu einem Modellprojekt der chinesisch-deutschen Wissenschaftskooperation und des akademischen Austauschs. Bei ihrer vielfältigen und verantwortungsvollen Tätigkeit hatte sie stets die Anliegen beider Projektseiten im Blick, fand praktische Lösungen im Sinne aller und kümmerte sich vorbildlich und fürsorglich um die KollegInnen, Studierenden und Alumni.

    Das CDHK dankt Frau Du von ganzem Herzen und wünscht ihr viel Glück, Gesundheit und Entspannung für den neuen Lebensabschnitt.



    CDHK-Mentoring-Programm in Zusammenarbeit mit den Stifterunternehmen

                                      

    Im März 2022 startete das CDHK sein Mentoring-Programm in Zusammenarbeit mit den drei Stifter-Unternehmen Bayer, Rheinmetall Automotive sowie Ernst & Young. Von den 4 chinesischen und 10 deutschen BewerberInnen aus den verschiedenen Masterprogrammen konnten 7 in der ersten Runde vermittelt werden. Zu den Zielen des 1-3-monatigen CDHK-Mentoring-Programms gehört, dass die Studierende mit den Unternehmensvertretern online ins Gespräch kommen, um erste Einblicke in das Unternehmen, konkrete Positionen, Aufgabenprofile und Arbeitsabläufe erhalten. Hinzu kommen bei Bedarf praktische Hinweise für die Themenfindung der Masterarbeit oder konkrete Tipps bei der Karriereplanung. Die Unternehmensvertreter haben ihrerseits die Gelegenheit, frühzeitig motivierte und engagierte Talente und deren Themengebiete kennenzulernen, die sie ggf. als Praktikanten oder Mitarbeiter gewinnen können. Die konkrete zeitliche und inhaltliche Gestaltung des Mentorings ist zwischen den MentorInnen und Studierenden frei vereinbar. 

    Weitere Informationen und Kontaktvermittlung über das CDHK für interessierte Studierende und UnternehmensvertreterInnen: Herr Thomas Willems: th.willems@tongji.edu.cn


    Zwei Erfahrungsberichte aus dem CDHK-Mentoring-Programm  

    A.Aus Sicht einer betreuten Jura-Studentin

    Mein Name ist Claudia Dalmau, und ich bin Doppelmasterstudentin der Rechtswissenschaften an der Tongji-Universität und der Humboldt-Universität zu Berlin. Ich habe mich entschlossen, Mentee im CDHK-Programm zu werden, da ich auf meinem Karriereweg zur Anwältin konkrete Beratung, Unterstützung, Vorbilder und Einblicke suchte. 

    Die Möglichkeit, am CDHK-Mentoring-Programm der Tongji-Universität teilzunehmen, war von unschätzbarem Wert für meine Persönlichkeitsentwicklung und meine zukünftigen Bestrebungen. Als Mentee in dem Programm konnte ich mehr über die Kultur in China erfahren, was mir aufgrund der anhaltenden Pandemie nicht möglich war, da meine Kurse derzeit online stattfinden. Darüber hinaus bietet das Programm nicht nur die Möglichkeit, mit erfolgreichen Berufstätigen in Kontakt zu treten, sondern auch mehr über deren Fachgebiete und Ziele zu erfahren und Kontakte zu knüpfen, die für die eigene Zukunft nützlich sein werden. 

    Mein Mentor, Herr Dr. Oen, Leiter der Rechts-, Patent- und Compliance-Abteilung bei Bayer in Festlandchina, hat sich für mich persönlich als ein hervorragender Mentor erwiesen. Als ich das Programm begann, wusste ich nicht, was mich erwartete und wie wichtig er für meine zukünftige Karriere sein würde. Darüber hinaus hat er mir in vielen Bereichen seine Hilfe angeboten, unter anderem bei der Themenfindung für meine Masterarbeit, wo er noch einen Schritt weiter ging und seine Kollegen um einige Klarstellungen und Ratschläge für mich bat. Darüber hinaus habe ich seine Hilfe bei der Entscheidungsfindung für meine persönliche Entwicklung sehr geschätzt. 

    Alles in allem habe ich mich während des gesamten Programms geschätzt und umsorgt gefühlt, und ich kann es wirklich empfehlen. Ich bin sicher, dass es meine zukünftigen Leistungen beeinflussen wird.


    B.Aus Sicht eines betreuenden Unternehmensvertreters

    Das CDHK-Mentoring-Programm der Tonji Universität ermöglicht es Unternehmensvertretern, mit hoch motivierten Talenten in einen vertieften Dialog zu treten. Der Dialog ermöglicht ein besseres Verständnis der Erwartungen, Sorgen und Bedürfnisse der Studenten, die kurz vor dem Abschluss ihres Studiums stehen und nach Beschäftigungsmöglichkeiten suchen. Er hilft den Unternehmensvertretern bei der Selbstreflexion darüber, ob das Unternehmen tatsächlich die richtigen Angebote hat, um diese Erwartungen zu erfüllen. 

    Das Mentorenprogramm trägt auch dazu bei, die Inhalte der von den Universitäten angebotenen Studiengänge und die entsprechenden Qualifikationen besser zu verstehen, die man erwerben kann. In meinem Fall bezieht sich das Mentoring auf den Masterstudiengang Comparative Legal Studies in German, European and Chinese Law, den die Tongji-Universität gemeinsam mit der Humboldt-Universität zu Berlin anbietet. In den Gesprächen mit der Mentee habe ich viel über das Programm und über die Lehre des Vergleichs der verschiedenen Rechtssysteme gelernt. Darüber hinaus waren die Diskussionen über mögliche Themen für eine Masterarbeit auch eine gute Gelegenheit für mich, über die Rechtsgebiete nachzudenken, in denen nach meiner Erfahrung noch der größte Bedarf an wissenschaftlicher Forschung und Aufklärung besteht. In diesem Sinne können solche Diskussionen über mögliche Masterarbeitsthemen dazu beitragen, Praxisbezug und wissenschaftliche Interessen in Einklang zu bringen.  

    Persönlich freue ich mich über das positive Feedback von Claudia Dalmau. Ich kann das Kompliment nur zurückgeben, da ich ebenfalls von der Betreuung profitiert habe. Es ist auch eine Freude, Erfahrungen und Fachwissen mit Talenten zu teilen, um sie bei der Entwicklung ihrer Karrierepläne zu unterstützen. 

    Ich möchte daher Unternehmensvertretern empfehlen, eine Mentorentätigkeit in Erwägung zu ziehen und damit diese gut durchdachte und wertvolle Initiative zu unterstützen.




    ​Flyer für die Rhein-Akademie (Rhein-Klasse) 2022

    Im Mai 2022 wurde der neue Flyer für die Rhein-Akademie (Rhein-Klasse) als Werbung für den Jahrgang 2022 fertiggestellt. Der Flyer gibt einen Überblick über das Ausbildungssystem in der Rhein-Akademie (Rhein-Klasse) sowie deren deutschlandbezogene Merkmale.



    Tongji-Universität und Siemens (China) unterzeichnen Rahmenvereinbarung über Zusammenarbeit

    Am Nachmittag des 13. Januar 2022 fand die Unterzeichnungszeremonie der Rahmenvereinbarung über die Zusammenarbeit zwischen der Tongji-Universität und Siemens (China) Co., Ltd. statt. Nach dieser Vereinbarung sollen Labore gemeinsam aufgebaut und Talente im Bereich der Digitalisierung gemeinsam ausgebildet werden. Nach der Unterzeichnungszeremonie besuchten die Siemens-Führung in Begleitung von Tongji-Vizepräsident LOU Yongqi die Labore von der School of Mechanical Engineering und dem Chinesisch-Deutschen Zentrum für Maschinenbau.



    Das Sino-German Joint Research Center (Tongji-Universität) wird vom chinesischen Bildungsministerium genehmigt

    Am 11. Januar 2022 organisierte das chinesische Bildungsministerium ein Expertenpanel, um über die Einrichtung des Sino-German Joint Research Center (Tongji-Universität) zu diskutieren. Prof. Dr. Jürgen Fleischer, Prof. Dr. Michael Abramovici, Prof. Dr. Otto Heinrich Herzog und Prof. Dr. Ömer Sahin Ganiyusufoglu (alle Mitglieder der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften) und Assistenzprofessor Dr. Christopher Ehrmann nahmen an der Video-Konferenz teil und äußerten ihre Meinungen über dieses Projekt, das anschließend vom chinesischen Bildungsministerium genehmigt wurde.

    Das Sino-German Joint Research Center ist eine internationale Kooperationsplattform für die interdisziplinäre Forschung. Es wird sich auf die gemeinsamen Bedürfnisse der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung Chinas und Deutschlands konzentrieren und den beiden Hauptthemen „Intelligente Technologie“ und „Grüne Entwicklung“ widmen.




    Porsche-Tongji-Jahresmeeting 2022

    Am 07. Juni fand das Porsche-Tongji-Jahresmeeting 2022 online statt. Am Meeting nahmen Vertreterinnen und Vertreter von Porsche China und Porsche Engineering China sowie des CDHK und des Chinesisch-Deutschen Forschungszentrums für Automobilität sowie des Chinesisch-Deutschen Zentrums Intelligente Wissenschaft und Technologie der Tongji-Universität teil.

    Ziele des Meetings waren ein Rückblick auf die Zusammenarbeit zwischen Porsche und Tongji im vergangenen Jahr und der Austausch der Arbeitsschwerpunkte des Porsche-Lehrstuhls und der Zentren. Darüber hinaus haben die Teilnehmer über die zukünftige Kooperation in der Lehre, Forschung und Innovation diskutiert, insbesondere im Bereich automatisiertes/autonomes Fahren, Digitalisierung und Mensch-Maschine-Schnittstelle im Fahrzeug. An dem Meeting nahmen neben dem neuen CEO von Porsche China, Michael Kirsch auch Thomas Willems (Vizedirektor CDHK) und Prof. ZHANG Lijun (Direktor CDZA und Dekan SAS) sowie Prof. CHEN Hong (Direktorin CDFIWT und Dekanin CEIE) und Prof. Thomas Vietor (Vizedirektor CDZA und CDHK-Fachkoordinator) teil. Moderiert wurde die dreistündige Online-Veranstaltung von Frau Jojo Tang von Porsche China sowie Dr. Lu Weijun vom Chinesisch-Deutschen Zentrum für Automobilität.



    Neuer CDHK-Stiftungslehrstuhl für fortgeschrittene Kontrolle des intelligenten Autofahrens der Firma „Global Technology“

    Am 10. März 2022 wurde Prof. Dr. WU Guangqiang als Lehrstuhlinhaber für den neuen Stiftungslehrstuhl für „fortgeschrittene Kontrolle des intelligenten Autofahrens“ der Firma „Global Technology“ berufen. Zu der Berufungskommission des CDHK-Stiftungslehrstuhls gehörten die beiden CDHK-Vizedirektoren Prof. Wu Zhihong und Thomas Willems, der Dekan der School of Automotive Studies und Direktor des Chinesisch-Deutschen Zentrums für Automobilität, Prof Zhang Lijun, der Vizedirektor des Chinesisch-Deutschen Zentrums für Automobilität und Fachkoordinator für Fahrzeugtechnik Prof. Thomas Vietor sowie Herr Yin Wen vom International Office der Tongji-Universität. In seinem Berufungsvortrag stellte Prof. Wu Guangqiang seine Forschungsschwerpunkte sowie den künftigen Arbeitsplan des neuen CDHK-Stiftungslehrstuhls vor. Neben der Ausbildung von Masterstudenten auf dem Gebiet der Fahrzeugkontrolle vertieft der Lehrstuhl die Forschungsschwerpunkte „Intelligente Entscheidungsfindung bei autonomen Fahrzeugen“, „Fortgeschrittene Steuerung der autonomen Fahrzeuge“, „Aktive/Adaptive Aufhängung von Fahrzeugen“ und „Integrierte Steuerung des chassis-by-wire“, wobei eine langjährige und enge Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Darmstadt besteht. 



    Verlängerung der Doppelmasterprogramme

    In der ersten Hälfte 2022 hat das Chinesisch-Deutsche Forschungs- und Entwicklungszentrum  für Automobilität trotz der Pandemie die Doppelmasterprograme mit dem KIT und der TU Graz aktualisiert und verlängert. Insgesamt sieben Studierende wurden für die Doppelmasterprogramme und das FastTrack-Programm mit dem KIT, der TU Darmstadt und der Universität Stuttgart ausgewählt. Die Bewerbung für staatlich geförderte Postgraduiertenprogramme 2022 für die ins Ausland gehende Studierenden und die Aufnahme von Doktoranden des Jahrgangs 2022 in das Chinesisch-Deutsche Doktorandenkolleg sind erfolgreich abgeschlossen worden, um die Talentausbildung für Doppelmasterprogramme und Doppelpromotion zu gewährleisten.



    Symposium „Neue strategische Ziele in den chinesisch-deutschen akademischen Beziehungen“

    Am 27. Mai organisierten der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) und die Tongji-Universität gemeinsam das Symposium „Neue strategische Ziele in den chinesisch-deutschen akademischen Beziehungen“ im Online- und Präsenzformat. Die Tongji-Universität stellte ihre Strategie „Zusammenarbeit mit Deutschland 2.0“ vor und tauschte sich mit Vertretern von 50 deutschen Partnerhochschulen darüber aus, wie man künftig eine für beide Seiten vorteilhafte Zusammenarbeit auf hohem Niveau erreichen kann. Das Symposium war eine wichtige Veranstaltung im Rahmen des 50-jährigen Jubiläums der diplomatischen Beziehungen zwischen China und Deutschland und der Feierlichkeiten anlässlich des 115-jährigen Bestehens der Tongji-Universität.

    Zu den Teilnehmer gehörten Herr WU Ken, der Botschafter der VR China in Deutsch-land, Herr HUANG Wei, Gesandter-Botschaftsrat, Pit Heltmann, Generalkonsul der Bundesrepublik Deutschland in Shanghai, Dr. Kai Sicks, Generalsekretär des DAAD, Dr. Klaus Birk, Leiter der Projekteabteilung des DAAD, Prof. Dr. FANG Shouen, Parteisekretär der Tongji-Universität, Prof. Dr. CHEN Jie, Präsident der Tongji-Universität, Prof. Dr. LOU Yongqi, Vizepräsident der Tongji-Universität. Insgesamt nahmen mehr als 260 KollegInnen aus China und Deutschland an diesem Forum teil.

    In seiner Rede betonte Botschafter WU Ken, dass die bilateralen Beziehungen in den letzten 50 Jahren immer wieder neue Höhepunkte erreicht hätten. Die Zusammenarbeit im Hochschulbereich sei ein wichtiger Bestandteil der engen Beziehungen zwischen China und Deutschland. Die Zusammenarbeit zwischen der Tongji-Universität und zahlreichen deutschen Hochschulen habe sich als Best Practice gezeigt, durch akademischen, gesellschaftlichen und kulturellen Austausch eine solide Brücke der chinesisch-deutschen Beziehung aufzubauen. Es werde erwartet, dass chinesische und deutsche Hochschulen in Zukunft mehr Verantwortung übernehmen, um weitere innovative Kooperationsmethoden zu entwickeln und gemeinsam mehr fachliche Netzwerke der starken Disziplinen aufzubauen. Das Ziel sei, sich gegenseitig zu ergänzen und eine für beide Seiten vorteilhafte Zusammenarbeit voranzutreiben, um so konstruktive Beiträge zur Lösung der globalen Probleme zu leisten.

    Generalkonsul Pit Heltmann führte aus, dass die Tongji-Universität für China sowohl ein Fenster nach Deutschland sei als auch eine Brücke für Deutschland nach China. Er erinnerte an die fruchtbare Zusammenarbeit mit der Tongji-Universität in der langen gemeinsamen Geschichte und betonte, dass der akademische Austausch gerade in Krisenzeiten keine Einbahnstraße bleiben dürfe, weshalb es wichtig sei, dass deutsche Studierende bald wieder nach China einreisen dürften. Trotz der vielen Herausforder-ungen berge die Zusammenarbeit in Bildung und Forschung weiterhin ein für beide Seiten wichtiges Entwicklungspotenzial.

    DAAD-Generalsekretär Kai Sicks hob hervor, dass die Tongji-Universität einer der wichtigsten Partner des DAAD sei. Die Verbundenheit habe die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen chinesischen und deutschen Hochschulen in den Bereichen der Studentenausbildung und der wissenschaftlichen Forschung gewährleistet und zu Lösungen von gemeinsamem Forschungsfragen beigetragen. Auch während der Pandemie wurden die Aktivitäten der chinesisch-deutschen Hochschule und ihrer Institutionen fortgesetzt, was die Bedeutung des gegenseitigen Verständnisses und Vertrauens in der Zusammenarbeit zeige. Er hoffe, dass die beide Seiten künftig ihre Zusammenarbeit vertiefen und weitere Win-Win-Situation schaffen werden.

    In seiner Rede bedankte sich der Tongji-Parteisekretär FANG Shouen bei der chinesischen Botschaft in Deutschland, dem deutschen Generalkonsulat in Shanghai, dem DAAD und den deutschen Partnerhochschulen für die langjährige Unterstützung und Förderung der Kooperation der Tongji-Universität mit Deutschland. 

    Herr Fang führte aus, dass der deutsche Arzt Dr. Erich Paulun 1907 mit der Unterstützung aus der Politik und Gesellschaft in China und Deutschland die „Deutsche Medizin- und Ingenieurschule Tongji“ gegründet habe, aus der die spätere Tongji-Universität geworden sei. Seit über hundert Jahren halte die Tongji diese Tradition der Zusammenarbeit mit Deutschland aufrecht und habe eine Reihe von Initiativen der deutsch-chinesischen Zusammenarbeit im Hochschulbereich geschaffen. In Zukunft werde die Tongji-Universität die traditionelle Stärke ihrer Zusammenarbeit mit Deutschland weiter nutzen, um die thematischen Inhalte zu vertiefen und das Ökosystem der deutschlandbezogenen Zusammenarbeit zu verbessern. Hierbei sollen die Studentenausbildung, die wissenschaftliche Forschung sowie der Personen- und Kulturaustausch integriert werden, um mehr „chinesisch-deutsche Lösungen“ zur gemeinsamen Bewältigung globaler Herausforderungen und zur Förderung des menschlichen Wohlergehens zu erarbeiten.

    Tongji-Präsident CHEN Jie hielt eine Keynote-Rede mit dem Titel „Auf dem Weg zu einer internationalen Universität der Weltklasse: Ein Blick auf das Konzept der Internationalisierung und Kooperation der Tongji-Universität mit Deutschland in der neuen Ära“. Er sah die Internationalisierung ein unverzichtbares Element beim Aufbau zur Weltklasseuniversität. In diesem Prozess solle die Universität ein Traumort für die besten Studierenden aus aller Welt, eine Wiege für Innovation, ein Treffpunkt für globale Spitzentalente und ein Geburtsort für wissenschaftliche Spitzenforschung, bedeutende wissenschaftliche und technologische Entdeckungen und technologische Erfindungen werden. Das neue Konzept der Internationalisierung der Hochschulbildung erfordere einen Konsens, der von den gemeinsamen Interessen der Menschheit ausgeht und eine „Wettbewerbs- und Kooperationsbeziehung“ auf dieser Grundlage formt, um zur kooperativen und inklusiven Entwicklung der Welt und deren Hochschulbildung beizutragen. Im Anschluss präsentierte er den deutschen Hochschulen die Aussichten und Erfolge beim Aufbau einer internationalisierten Weltklasseuniversität und stellte die neue Tongji-Strategie „Zusammenarbeit mit Deutschland 2.0“ vor. Dem Prinzip „Kleiner Kern, große Reichweite, hohes Niveau“ folgend werde die Tongji-Universität alle deutschlandbezogenen Ressourcen zusammenstellen und ein neues Ökosystem für die Zusammenarbeit mit Deutschland aufbauen, das sich durch „Ein Dach, drei Säulen, zwei Harte und eine Weiche, Drei-in-Einem-Prinzip auszeichnet. Gemeinsam mit deutschen Partnern sollen neue Kooperationsmodelle ausprobiert und neue Ergebnisse erzielt werden, um ein weiteres Vorbildprojekt der chinesisch-deutschen Zusammenarbeit im Hochschulbereich zu entwickeln.

    Der Strategie „Zusammenarbeit mit Deutschland 2.0“ der Tongji-Universität zufolge bezieht sich „ein Dach“ auf die Chinesisch-Deutsche Hochschule (CDH), die für die Integration aller Ressourcen der Zusammenarbeit mit Deutschland und die Koordination der Kooperation verantwortlich ist. Die „drei Säulen“ enthalten die gemeinsame chinesisch-deutsche Ausbildung von exzellenten Ingenieuren, die Ausbildung von Master- und Doktoranden, die geisteswissenschaftliche Forschung und die Think-Tank-Cluster. Zu den „zwei Harten“ gehören das Chinesisch-Deutsche Doktorandenkolleg (CDDK) und das Sino-German Joint Research Center (Tongji-Universität) in den Bereichen Naturwissenschaft und Ingenieurwissenschaft, während mit dem „einen Weichen“ das Institut für Europa- und Deutschlandstudien (in der Aufbauphase) in den Bereichen Geistes- und Sozialwissenschaften gemeint ist.

    Die Tongji-Universität hat das erste Chinesisch-Deutsche Doktorandenkolleg in China eingerichtet, um einen innovativen Mechanismus für die bilaterale Zusammenarbeit bei der gemeinsamen Ausbildung von Doktoranden und der Förderung hochqualifizierter Talente mit globaler Wettbewerbsfähigkeit zu schaffen. Das vor kurzem vom chinesischen Bildungsministerium genehmigte Sino-German Joint Research Center (Tongji-Universität) ist eine internationale Kooperationsplattform für die interdisziplinäre Forschung. Das SGJRC wird sich auf die gemeinsamen Bedürfnisse der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung Chinas und Deutschlands konzentrieren und den beiden Hauptthemen „Intelligente Technologie“ und „Grüne Entwicklung“ widmen. Es verbindet die internationale Forschungszusammenarbeit mit der Studentenausbildung und hat das Ziel, bedeutende wissenschaftliche Forschungsergebnisse zu erzielen und internationale Spitzenkräfte auszubilden. Das SGJRC wird ein System der „doppelten akademischen Leitung“ einführen, dass eine Reihe starker Disziplinen integriert und mehrere Forschungsteams unter der Leitung chinesischer und ausländischer Professoren bildet, um die die Zusammenarbeit in drei Stufen zu betreiben: Lehrstuhlinhaber - co-PI (co principal investigator/lead researcher) Postdocs und Doktoranden.

    Auf der Konferenz unterzeichneten Tongji-Präsident CHEN Jie und DAAD-Generalsekretär Sicks jeweils im Namen der Tongji-Universität bzw. des DAAD die dritte „Kooperationsvereinbarung für die Chinesisch-Deutsche Hochschule zwischen der Tongji-Universität und dem DAAD“. Die Tongji-Universität und der DAAD gründeten 2012 gemeinsam die Chinesisch-Deutsche Hochschule, die das Chinesisch-Deutsche Hochschulkolleg (CDHK), die Chinesisch-Deutsche Hochschule für Angewandte Wissenschaften (CDHAW) und das Chinesisch-Deutsche Institut für Berufliche Bildung (CDIBB) unter einem Dach vereint, um die Zusammenarbeit zu verstärken. 2017 wurde diese Vereinbarung verlängert. Nach zehn Jahren Entwicklung hat die Tongji-Universität in einer Reihe von Einrichtungen und Projekten in Zusammenarbeit mit Deutschland unter dem „einen Dach“ der Chinesisch-Deutschen Hochschule hervorragende Ergebnisse erzielt. Die Chinesisch-Deutsche Hochschule und die in ihrem Rahmen stattfindenden Kooperation gelten als Leuchtturmprojekt der chinesisch-deutschen Zusammenarbeit in Wissenschaft und Bildung und wurden in wichtige Dokumente beider Länder aufgenommen, wie z.B. „Aktionsrahmen für die deutsch-chinesische Zusammenarbeit: Innovation gemeinsam gestalten“ und die „China-Strategie 2015-2020“.

    Vizepräsident LOU Yongqi stellte in seiner anschließenden Präsentation die konkreten Ideen der Zusammenarbeit von Wissenschaft und Bildung zwischen dem Sino-German Joint Research Center (Tongji-Universität) und dem Chinesisch-Deutschen Doktorandenkolleg bei der Ausbildung hochqualifizierter Talente vor und rief die deutschen Hochschulen zur Kooperation auf.

    In den fünf parallel stattfindenden Online-Workshops diskutierten die Teilnehmer vertiefend über die künftigen Kooperationsthemen und -projekte: die „Kombination der internationalen Forschungskooperation und der internationalen Talentenausbildung auf hohem Niveau“, das „Chinesisch-Deutsche Zentrum für Umweltwissenschaft“, das „Chinesisch-Deutsches Zentrum für nachhaltige Stadtentwicklung“, die „Chinesisch-Deutsche Zusammenarbeit bei der Förderung von Talenten“ und den „Chinesisch-Deutschen Personen- und Kulturaustausch sowie die Think-Tank-Forschung“. Die Vertreter beider Seiten lernten sich kennen, erörterten die konkrete Umsetzung verschiedener Pläne im neuen Kooperationsrahmen der Tongji-Universität mit Deutschland und kamen zu ersten positiven Ergebnissen.



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