Prof. Dr. ZHONG Zhihua beim Chinesisch-Deutschen Abend nach der Beiratssitzung des CDHK
Am 31. Oktober 2016 gab die Tongji-Universität bekannt, dass ihr seit September amtierender Präsident, Prof. Dr. ZHONG Zhihua, zum Direktor des CDHK ernannt ist.
Prof. Dr. ZHONG, 1962 in der Provinz Hunan geboren und seit 1999 Mitglied der Kommunistischen Partei China, ist ein international renommierter Wissenschaftler im Bereich der Fahrzeugtechnik. Nach seinem Studienaufenthalt an der Linkoping Universität in Schweden (1989 -1995) lehrte und forschte er an der Hunan-Universität, wo er von 1995 bis 2000 verschiedene Führungsfunktionen inne hatte, zuletzt die des Präsidenten der Hunan-Universität.
Prof. Dr. ZHONG ist Mitglied der Chinesischen Akademie der Ingenieurwissenschaften und seit 2004 der Generalsekretär des Parteikomitees der Akademie. Darüber hinaus hatte er im Raum Chongqing in Westchina eine Vielzahl von wichtigen Leitungsfunktionen bei der Arbeitskommission für Wissenschaft und Technik.
Am 04. November feierte die Universität Konstanz in einer öffentlichen, feierlichen Zeremonie den 90. Geburtstag von Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Horst Sund. Der Rektor der Universität, Prof. Dr. Ulrich Rüdiger, blickte auf die vergangen 50 Jahre zurück und dankte Herrn Prof. Sund für seinen Einsatz und seine Verdienste um die Universität. Prof. Sund war von 1976 bis 1991 Rektor der Universität Konstanz und habe sie in der internationalen und nationalen Wissenschaftslandschaft verankert.
Prof. Sund engagiert sich stets für den akademischen Austausch mit China. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen für dieses Engagement: Er ist Ehrenprofessor der Shanghaier Fudan-, Jiaotong- und Tongji-Universität und Ehrensenator der Jiaotong-Universität, erhielt den Freundschaftspreis des Staatsrates der Volksrepublik China sowie den Magnolia-Preis der Stadt Shanghai und ist Ehrenmitglied des Instituts für Geographie und Limnologie der Academia Sinica in Nanjing.
Von 1995 bis 2010 war Prof. Sund der Beauftragte des Auswärtigen Amtes und des DAAD für die Errichtung des Chinesisch-Deutschen Hochschulkollegs an der Tongji-Universität und hat maßgeblich zu dessen erfolgreicher Entwicklung beigetragen.
Das CDHK möchte sich an dieser Stelle noch einmal auf das herzlichste bei Herrn Prof. Sund für seine unermüdliche Unterstützung bedanken und wünscht ihm auch in den nächsten Jahren Gesundheit und alles Gute.
Prof. Dr. Axel Stepken und Prof. Dr. WU Zhihong bei der Vertragsunterzeichnung
Am 26. Oktober unterzeichnete Prof. Dr. Axel Stepken, Vorsitzender des Vorstands der TÜV SÜD AG, den Verlängerungsvertrag für den TÜV SÜD Stiftungslehrstuhl für Zuverlässigkeit und Sicherheit technischer Systeme am CDHK. In einer feierlichen Zeremonie verlängerte TÜV SÜD damit sein Engagement am CDHK um weitere fünf Jahre. Verbunden ist diese Verlängerung zudem mit einer deutlichen Erhöhung der Stiftereinlage. Das CDHK dankt TÜV SÜD herzlich für die fortwährende Unterstützung und freut sich auch in der Zukunft auf eine hervorragende Zusammenarbeit im Bereich der Lehre und Forschung am CDHK.
Am 28. Oktober hielt Herr Prof. Stepken zudem einen Vortrag vor interessierten Studierenden zum Thema „Build to last – a 150-year company looking to moving forward: A dialogue between the CEO of a 150-year-old German organization and the young generation in China“. Nach einer kurzen Einleitung durch Herrn Dr. Patrick Kühnel, Vizedirektor des CDHK, stellte Herr Stepken das deutsche Unternehmen TÜV SÜD vor, das in diesem Jahr sein 150. Jubiläum feiert. Seit der Gründung im Jahre 1866 sei TÜV SÜD mehrmals umstrukturiert worden. Heute ist es ein globales, führendes und zukunftsorientiertes Erfolgsunternehmen an der Schnittstelle von Industrie und Wirtschaft. Des Weiteren verschaffte Herr Stepken den zahlreichen Zuhörern einen Überblick über die Aufgaben und Ziele von TÜV SÜD. Dazu gehöre u.a. die Prüfung der Qualität und Sicherheit von Verkehrsmitteln, Verbrauchsgütern, Gebäuden und Infrastruktur. Besonderes Augenmerk lege TÜV SÜD auch auf die Sicherheit von Daten in einer Zeit zunehmender Digitalisierung. Im Weiteren Verlauf berichtete Herr Stepken über seinen persönlichen Werdegang bei TÜV SÜD und freute sich im Anschluss über die anregenden Fragen seitens der chinesischen und deutschen Studierenden des CDHK.
Mitte September 2016 wurde bekannt, dass die Shanghaier Stadtregierung das Chinesisch-Deutsche Hochschulkolleg (CDHK) an der Tongj-Universität mit dem Titel „Exemplary Sino-Foreign Cooperative Education Institution“ ausgezeichnet hat. Zusammen mit dem CDHK erhielt diese von der Shanghaier Stadtregierung höchste Auszeichnung nur noch die „China Europe International Business School“.
Das im Jahr 1998 auf Grundlage einer deutsch-chinesischen Regierungsvereinbarung zusammen mit dem DAAD, der Tongji-Universität und der deutschen Industrie gegründete CDHK bildet in Doppel-Masterprogrammen deutsche und chinesische Studierende in einer von fünf Fachrichtungen und in Sprache und Kultur des jeweils anderen Landes aus. Praxisorientierung, Kulturverständnis, Industrienähe und hervorragende Studien- und Forschungsbedingungen haben das CDHK zu einer wichtigen Nahtstelle von Bildung, Wissenschaft und Wirtschaft zwischen China und Deutschland gemacht. Die Zahl der am CDHK eingeschriebenen Studierenden beweist es: Im Wintersemester 2016/17 sind 331 chinesische Studierende und 80 deutsche Studierende eingeschrieben. Gemeinsam profitieren sie von der weltweit einzigartig hohen Zahl der 22 Stiftungslehrstühle, die von namhaften multinationalen und mittelständischen Unternehmen finanziert werden.
Am 24. Oktober besuchte Frau Prof. Angelika Messner das CDHK und hielt in diesem Rahmen einen Vortrag zum Thema „Altern und Alternde im gegenwärtigen China“.
Die VR China weist zwar ein geringes Durchschnittsalter der Bevölkerung (36,3 Jahre) auf, aber global gesehen leben hier bereits jetzt die meisten „Über Sechzigjährigen“. China ist dem Klub der alternden, entwickelten Industriestaaten beigetreten – ohne bereits selbst ein entwickeltes Industrieland zu sein. Neben dem notorischen Frauenmangel und dem rapiden Anstieg der Lebenserwartung auf durchschnittlich 72 Jahre, beunruhigt die Tatsache, dass gegenwärtig die erste Elterngeneration der Ein-Kind-Politik das Rentenalter erreicht: Ihre Nachkommen, Einzelkinder, müssten beide Elternteile und vier Großelternteile versorgen. Auch wenn das im Juli 2013 lancierte Gesetz zum „Schutz der Rechte und Interessen älterer Menschen“ die Kinder von über Sechzig-Jährigen zu regelmäßiger Unterstützung verpflichtet, kann dies die staatlich kaum existente Altenpflege nicht wirklich ersetzen.
Der Vortrag stellte die Frage nach den Bindungen und Ligaturen angesichts einer sich verändernden Ökonomie und Morallandschaft in einzelnen Lebensverläufen alter Menschen. Prof. Messner berichtete an dieser Stelle auch aus Ihren Feldstudien in chinesischen Ambulanzen, vor allem in Hangzhou, und stellte Passagen aus ihrem neuen Buch „Alter und Selbstbeschränkung“ vor.
Frau Prof. Messner ist Leiterin des Chinazentrums der Universität Kiel und lehrt regelmäßig am China Center der Technischen Universität Berlin, zudem unterhält sie Gastprofessuren an der Zhejiang University, sowie an der Shanghai University for Chinese Medicine.
v.l.n.r: Prof. WU Zhiqiang, Prof. ZHONG Zhihua, Dr. Christian Bode, Prof. Otmar D. Wiestler
Am 21. Oktober tagte der 18. Beirat des CDHK. Anwesend waren u.a. der Präsident der Tongji-Universität, Prof. ZHONG Zhihua, der Vize-Präsident der Tongji-Universität, Prof. WU Zhiqiang, sowie die Vorsitzende des Beiratsvorstands Prof. WU Qidi (ehemalige Präsidentin der Tongji und ehemalige stellv. Erziehungsministerin). Von deutscher Seite waren Frau Dr. Anette Pieper, Direktorin der Projektabteilung des DAAD, Herr Dr. Bode, DAAD-Beauftragter für das CDHK und die CDH, sowie die deutschen Fachkoordinatoren vertreten. Der Beirat umfasst zudem die Vertreter der Stifterunternehmen des CDHK, von denen über 20 Repräsentanten an der Sitzung teilnahmen. Durch die Sitzung führten die Beiratsvorstände Frau Dr. ZHANG Xi (Bayer) und Herr Stefan Kegel (Bosch).
In seiner Rede dankte Prof. ZHONG Zhihua den Unternehmen und dem DAAD für die fortwährende Unterstützung. Um der Tongji-Universität einen Rang unter den weltweit besten Universitäten zu sichern, sei die zunehmende Internationalisierung von größter Bedeutung. Die Kooperation des CDHK mit Spitzenuniversitäten in Deutschland und die enge Zusammenarbeit mit Top-Unternehmen sowie die international ausgerichtete Lehre und Forschung, stellten in dieser Hinsicht einen großen Zugewinn für die Tongji-Universität dar. Dies würde auch daran ersichtlich, dass das CDHK in diesem Jahr bei zwei Evaluationen hervorragend beurteilt wurde. Die Tongji-Universität würde das CDHK auch in Zukunft stark fördern und in seiner weiteren Entwicklung unterstützen. Auch Frau Prof. WU Qidi lobte die herausragende Stellung des CDHK unter den internationalen Bildungskooperationen und verwies auf die Vorbildfunktion des CDHK.
Sitzung des Beirats im Sund-Saal des Chinesisch-Deutschen Gebäudes
Anschließend berichteten die Fachkoordinatoren und der Beiratsvorstand über die Arbeit des vergangenen Jahres. Der Beiratsvorstand erläuterte die durchgeführte Stifterbefragung und stellte fest, dass in fast allen Bereichen eine Verbesserung in der Zufriedenheit der Stifterfirmen in der Zusammenarbeit mit dem CDHK eingetreten sei. Es wurde auch betont, dass aktives Engagement der Sponsoren, des CDHKs und der Professoren essentiell für eine erfolgreiche Kooperation seien.
Herr Dr. Bode und Frau Dr. Pieper stellten die Befunde des Evaluationsberichts vor und nahmen dazu im Namen der deutschen Projektbeteiligten Stellung. Das CDHK sei ein sehr erfolgreiches, unverwechselbares und nach finanziellen Maßstäben auch recht effizientes Projekt. Erhalt und Fortsetzung der Förderung stünden für die Kommission daher außer Frage. Jetzt hieße es die strukturelle und inhaltliche Weiterentwicklung des CDHK voranzutreiben, um weiterhin der Rolle als Innovations- und Exzellenztreiber gerecht zu bleiben.
Nachfolgend nahm auch Herr Prof. WU Zhiqiang im Namen der Tongji-Universität Stellung zum Evaluationsbericht. Die Tongji-Universität stimme mit dem Bericht der Kommission vollständig überein und werde auch weiterhin aktiv mit dem CDHK kooperieren und ihm zusätzliche Aufmerksamkeit und Unterstützung zukommen lassen sowie sich stärker für die Zusammenarbeit in Forschung, Lehre und Kultur engagieren, um gemeinsam innovativ zu sein.
Gruppenfoto nach der Tagung des Beirats
Im Anschluss fand wie im Jahr zuvor eine Poster-Präsentation der CDHK Lehrstühle mit aktuellen Forschungsschwerpunkten statt, gefolgt vom traditionellen Chinesisch-Deutschen Abend, bei dem sich die Mitglieder des Beirats bei Musik und Buffet mit Studierenden und Alumni austauschen konnten. Dieses Jahr begrüßte das CDHK zusätzlich eine Delegation der Helmholtz-Gesellschaft zum Chinesisch-Deutschen Abend. In diesem Rahmen wurden jetzt bereits zum 3. Mal die CDHK-Preise verliehen, welche an herausragende Absolventen des CDHK vergeben werden. Wir möchten uns an dieser Stelle herzlich bei den Unternehmen, welche den CDHK-Preis gestiftet haben, bedanken.
Stolze CDHK-Preisträger mit Vertretern der Stifterfirmen
Am 18. Oktober luden das CDHK und das Deutschlandforschungszentrum Herrn Lutz Mahlerwein zu einem Gastvortrag zum Thema „China und Indien – Rivalen auf dem Weg zur Weltmacht: Ansichten eines deutschen Journalisten“ in die Deutschen Bibliothek ein. Der ehemalige Leiter der ARD Büros Peking und Neu Delhi zeichnete die Entwicklungslinien der beiden asiatischen Dauerrivalen Indien und China während der letzten Jahrzehnte nach. Im Zentrum stand hierbei die Frage, welche Faktoren dazu beigetragen haben, dass beide Länder sich trotz vieler sozio-ökonomischer Gemeinsamkeiten zum Zeitpunkt ihrer Gründung 1949 mittlerweile in Hinsicht auf Lebensstandard und Bildung so stark voneinander unterscheiden. Allgemeine Analysen wurden dabei immer wieder ergänzt und illustriert durch persönliche Alltagsbeobachtungen des Vortragenden, die dieser auch als kritisches Korrektiv zu den medial vermittelten Bildern verstanden wissen wollte.
Am 13. Oktober fand vor dem Chinesisch-Deutschen Haus der Tongji-Universität mit ca. 150 chinesischen und deutschen Gästen zum ersten Mal ein Oktoberfest statt. Studenten, Professoren und zahlreiche andere Besucher genossen bei stimmungsvoller Festmusik deutsches Bier, Bratwürste und Leberkäs`semmel.
Nach einer kurzen Begrüßung durch den Vizepräsidenten der Tongji-Universität und Direktor der Chinesisch-Deutschen Hochschule, Prof. Dr. Wu Zhiqiang, gab der Vizedirektor des Chinesisch-Deutschen Hochschulkollegs, Dr. Patrick Kühnel, einen kurzen Abriss über die Geschichte des Oktoberfests und seinem traditionellen Getränk, dem Bier.
Zauber-, Tanz und Musikvorführungen begeisterten die Zuschauer. Die Stimmung war so gut, dass ein von Dr. Bode, DAAD-Beauftragter für die Chinesisch-Deutsche Hochschule, angestimmtes „Prosit der Gemütlichkeit“ begeistert von allen Anwesenden aus vollen Kehlen mitgesungen wurde.
Es scheint, dass mit diesem schönen Abend, der von der Studentenvereinigung Chinesisch-Deutsches Fenster und Mitarbeitern der Deutschen Bibliothek, des CDHKs und dem Chinesisch-Deutschen Campus gemeinsam organisiert und veranstaltet wurde, eine Tradition begründet wurde, auf die sich zukünftige chinesische und deutsche Studentengenerationen an der Chinesisch-Deutschen Hochschule freuen dürfen.
Die 13. Summer School der TU Berlin und des CDHK bot auch in diesem Jahr wieder viele Facetten Chinas. Unter der Leitung von Frau Dr. Sigrun Abels (TU Berlin) und der organisatorischen Assistenz von Frau Sandra Banusch (TU Berlin), Frau Ge Xiaping und Frau Yang Ruifan (CDHK), zeigten in dem dreiwöchigen Intensivprogramm vom 5. bis 24. September 2016 Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft wertvolle Einblicke in die Wirtschaft, Politik, Kultur und Gesellschaft Chinas. Das modular aufgebaute Lehrprogramm für 30 deutsche Masterstudierende wirtschaftswissenschaftlicher Fächer kombinierte dabei Fachvorträge von CDHK-Professoren, deutschen und chinesischen Managern sowie von renommierten China-Experten mit interkulturellem Managementtraining.
Abgerundet wurde die China-Erfahrung durch Unternehmensbesuche bei erfolgreichen deutsch-chinesischen und multinationalen Unternehmen, wie Shanghai VW, Bosch, Jungheinrich und PriceWaterhouseCoopers (PWC) sowie durch kulturelle Ausflüge, u.a. zum Westsee nach Hangzhou, zum Naturspektakel Sanqing Shan, zum antiken Wasserdorf Wuzhen und zum Zen-buddhistischen Kloster Lingyin.
Das Ziel der Summer School, zukünftigen deutschen Nachwuchsführungskräften Einblicke in die chinesische Kultur und die Besonderheiten des chinesischen Marktes zu vermitteln sowie Grundkenntnisse der chinesischen Sprache zu erwerben, wurde von allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern überaus erfolgreich erreicht und durch Abschlussprüfungen nachgewiesen – das Wichtigste im Gepäck jedoch war schließlich: das eigene Chinabild mit nach Hause nehmen.
Bei der Closing Ceremony im Shanghaier Pearl Tower (Fernsehturm) berichteten die Studierenden der Summer School von ihrem sehr positiven China-Aufenthalt am CDHK. Einige der Teilnehmer werden zukünftig die Gelegenheit nutzen, am CDHK zu studieren oder ihre Masterarbeit zu schreiben. Bei einem gemeinsamen Abend mit chinesischen CDHK-Studierenden wurden bereits erste freundschaftliche Kontakte geknüpft.
Das gesamte deutsch-chinesische CDHK-Team hat wunderbar zusammen gearbeitet und sich fabelhaft ergänzt. Dass dies nicht nur eine subjektive Einschätzung ist, zeigt das rundum sehr gute Ergebnis der internen Evaluation dieser außergewöhnlichen Lehrveranstaltung – ein erfolgreiches Format, das die Angebotspalette des CDHK um ein interessantes Chinakompetenz-Element ergänzt.